Literaturfest O-Töne im MuseumsQuartier Wien

Im heurigen, dem nunmehr bereits 18. Programm der O-Töne, präsentieren sich einige der aus unserer Sicht interessantesten, überraschendsten und außergewöhnlichsten Bücher aus Österreich nun endlich wieder dem großen Publikum. Covid-19 prägt seit eineinhalb Jahren unser aller Leben, in fast allen Bereichen. Der Kultur hat die Pandemie das reale Publikum genommen. Speziell die Literatur hat aber ihre Widerstandskraft bewiesen: Bücher wurden weiterhin geschrieben, publiziert, gelesen, besprochen und in Streams und anderen digitalen Formen vorgestellt. Der unmittelbare Kontakt zwischen den Schreibenden und der Leserschaft hat schmerzlich gefehlt.

Das diesjährige Hauptprogramm der O-Töne bietet eine Vielfalt literarischer Schreibweisen und einige sehr dezidiert andere Positionen. Monika Helfer setzt in ihrem neuen Buch die Erkundung der eigenen Familienverhältnisse fort, diesmal ausgehend vom Vater. Raphaela Edelbauer erweckt eine künstliche Intelligenz zum Leben. Egon Christian Leitner, der beim letztjährigen Bachmannpreis von sich reden gemacht hat, seziert mit ausgefeiltem rhetorischen Besteck Ungerechtigkeiten der modernen Gesellschaft. Olga Flor betrachtet mit ähnlicher Verve das globale Dorf in der Nussschale einer dubiose Projekte ausheckenden Landgemeinde. Hanno Millesi schickt einen wunderlichen Geräuschkompositeur nach seiner Ertaubung auf der Suche nach der alten Normalität durch eine zerbröckelnde Stadt. Angela Lehner entwirft vor dem Hintergrund des Jahres 2001 eine brisant zeitgemäße Variante von Horváths Jugend ohne Gott. Michael Köhlmeier lässt einen Kater die Geschichte der Moderne erzählen. Eva Menasse führt uns in eine österreichische Kleinstadt, die seit Jahrzehnten mit dem Verschweigen eines Verbrechens beschäftigt ist.

Auch die Debüts können sich sehen lassen: Zwei prominente Dramatiker zeigen, wie gut sie die Prosa beherrschen (Thomas Arzt, Ferdinand Schmalz). Neue Stimmen feiern intensive Formen des Lebens (Katharina Schaller, Ulrike Haidacher), betreiben verästelte Erkundungen sozialer Zusammenhänge (Renate Silberer, Anna Felnhofer, Sabine Schönfellner) oder setzen ihren Protagonisten ins Auto, um ihn nirgendwohin fahren zu lassen (Christina Walker).

Wir hingegen, wir laden Sie ein, sich mit der Literatur auf ins Blaue zu machen.

Daniela Strigl, Klaus Kastberger

 

Konzept und Realisierung

Gabriela Hegedüs und Christoph Möderndorfer

office[at]o-toene.at
 
MQ – Haupthof (Schlechtwetterquartier nach Vorankündigung)
Eintritt Frei

Eine Kooperation mit dem MuseumsQuartier Wien.